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FUNKFORUM UND PAUSENRADIO
Das
Hörfunkprojekt Funkforum ist ein grenzüberschreitendes
Medienprojekt, das seit schon 7 Jahren ununterbrochen in der Region Mittel-
und Südosteuropa tätig ist. Am Projekt beteiligen sich insgesamt acht
Radioredaktionen aus Rumänien, Serbien und Ungarn. Das sind die deutschsprachigen
Redaktionen öffentlich-rechtlicher (6) und privater (2) Radiosender aus:
Temeswar, Bukarest, Neumarkt, Arad, Reschitza, Großkarol, Subotica und
Pecs.
Ziele des Projekts sind es, zum einen die deutschsprachigen Minderheitensendungen zu unterstützen und diese durch öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen wie den Deutschsprachigen Radiotag kräftiger auftreten zu lassen und zum anderen das bereits existierende Netzwerk zu stärken durch die Weiterführung der grenzüberschreitenden redaktionellen Zusammenarbeit sowie durch die regelmäßige Aus- und Fortbildung der einzelnen Redakteure/Mitarbeiter. Seit 2002 tauschen die Teilnehmer regelmäßig Beiträge aus und erstellen monatliche Gemeinschaftssendungen, die von den jeweiligen Stationen übernommen werden, und damit ihr Programmportfolio ausweiten. Die Gemeinschaftssendungen werden auf der eigenen Homepage veröffentlicht und bieten den beteiligten Redaktionen eine online-Präsenz, wie sie die Minderheitensendungen andernfalls nicht hätten. Weitere Ziele des Projekts sind es, die hier lebenden deutschen Minderheiten einander näher zu bringen, den Nachwuchsjournalismus durch Jugendprojekte zu fördern, den Stammhörerkreis um die stetig wachsende Zahl der Deutschsprechenden zu erweitern und weiterhin einen Eigenbeitrag zum Erhalt der deutschen Sprache und Kultur in den drei Ländern zu leisten. Diese Ziele unterstützen desweiteren den journalistischen und kulturellen Austausch in der zusammenwachsenden Region Mittel- und Südosteuropas. Gefördert wurde das Projekt seit seiner Gründung aus Mitteln des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland durch das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa).
Das Funkforum koordiniert seit 2004 das Projekt Pausenradio, eine gemeinsame Initiative des Hörfunkvereins und der Donauschwäbischen Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg. Ziel des Projekts ist es, Pausenradios an deutschsprachigen Schulen zu gründen und diese nach dem Modell des Funkforums in einem grenzüberschreitenden Netzwerk einzuschließen. Die Pausenradioredaktionen erstellen gemeinsame monatliche Jugendsendungen, die von mehreren Funkforumredaktionen übernommen und im Internet auf einer eigenen Homepage veröffentlicht werden. Auch dadurch wird das Programmportfolio der Funkforumredaktionen erweitert und eine neue online-Präsenz geboten. Zurzeit sind an dem Projekt fünf Schulen aus Rumänien und Ungarn beteiligt: das Nikolaus-Lenau-Lyzeum Temeswar, das Adam-Müller-Guttenbrunn-Lyzeum Arad, das Josef-Haltrich-Lyzeum Schäßburg, das Diaconovici-Tietz-Lyzeum Reschitza, die Sankt-Anna-Schule aus der Arader Kleinstadt Sanktanna und das Ungarndeutsche Bildungszentrum Baja.
Für den Erfolg der bisherigen Vereinstätigkeit des Funkforums spricht auch das positive Medienscreening, das vom ifa 2006 erstellt wurde. Sprachliche und journalistische Qualität, regelmäßige interne Fortbildungen als auch Schulungsprojekte für Jugendliche (Pausenradio), kultur- und gesellschaftspolitisches Potenzial, das über die Zielgruppe der deutschen Minderheit hinausgeht, sind die im Medienscreening festgehaltene Stärken des Projekts. Auf diese Erfolge will das Funkforum auch im Jahr 2008 bauen.
1. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Hörfunkbereich
durch Programmkooperationen und den regelmäßigen Austausch von Beiträgen
Diese Maßnahme trägt einerseits zur Erweiterung des Programmangebotes
der teilnehmenden Redaktionen und andererseits, durch die Veröffentlichung
im Internet der Gemeinschaftssendungen auf der Funkforum-Homepage, zu einer
Ausdehnung der Reichweite bei. Die Kontinuität in der Zusammenarbeit wird
durch die halbjährlichen Redaktionskonferenzen gesichert sowie durch den
permanenten online-Kontakt, das gemeinsame online-Angebot durch das Hoasting
und die Aktualisierung der Internetseite.
2. Stärkung des gesellschaftspolitischen Potentials,
das durch das öffentlichkeitswirksame Engagement und attraktive Veranstaltungen
über die Zielgruppe der deutschen Minderheit hinausgeht
Der Deutschsprachige Radiotag ist die bisher wichtigste öffentlichkeitswirksame
Veranstaltung des Funkforums, die in den bereits drei vorangegangenen Auflagen
sich äußerst positiv entwickelt hat und ein sehr breites Publikum
anspricht. Für die 4. Auflage im Jahr 2008 plant das Funkforum eine open-air-Tour
sowohl in Temeswar als auch in Hermannstadt mit Künstlern aus Deutschland,
Rumänien, Ungarn oder Serbien. Der Radiotag soll, wie bisher, mit der Redaktionskonferenz
des Funkforums im ersten Halbjahr verbunden werden und die TeilnehmerInnen am
Projekt “Pausenradio” über Wettbewerbe mit einbeziehen.
3. Sprachliche und journalistische Qualitätssteigerung
durch regelmäßige interne Fortbildungen
Dies soll über die jährliche Fortbildung geschehen, die mit der 2.
Redaktionskonferenz im Herbst verbunden wird.
4. Stärkung und Weiterentwicklung der eigenen corporate Identity
durch Werbemaßnahmen
Das Funkforum hat sich von Anfang an als Leitbild das Motto “Wir sprechen
Ihre Sprache” gewählt. Eingeführt wurde 2006/2007 die Überschrift
“Deutsches Radio für Sie”. Dieses Leitbild will das Funkforum
auch im Jahr 2008 durch alle Webemaßnahmen bekannt machen, sowohl auf
den Plakaten zu den verschiedenen Veranstaltungen als auch auf der Internetseite,
wie auch durch weitere Werbematerialien (Broschüren, Plakate, Kugelschreiber,
Notizbücher, T-shirts, usw). Zu unterstreichen wäre auch, dass die
einzelnen deutschen Redaktionen über keine eigenen Leitbilder verfügen.
Aus diesem Grund ist die Stärkung einer gemeinsamen corporate Identity
innerhalb des Funkforums desto wichtiger.
5. Das Einbeziehen von Jugendlichen durch das Projekt „Pausenradio”
Die deutschen Minderheiten aus Mittel- und Südost-Europa haben ein höheres
Durchschnittsalter als die jeweilige Mehrheitsbevölkerung. Die junge Generation
ist vielerorts so gut wie abwesend. Aus diesem Grund ist es für die deutschsprachigen
Redaktionen in der Region wichtig, sich an Zielgruppen zu wenden, die über
die deutsche Minderheit hinausgehen. Gute Beispiele hierfür sind die vielen
Schulen mit Unterricht in deutscher Sprache, die zu 90% von Kindern aus andersethnischen
Familien besucht werden. Eine erfolgreiche Maßnahme, diese Zielgruppe
zu gewinnen, ist das Pausenradio. Durch das Projekt werden den Jugendlichen
Medienkenntnisse beigebracht, die ihnen im eigenen Umgang mit den Medien weiterhelfen,
es wird aber auch das Interesse der Jugendlichen an dem deutschsprachigen Programmangebot
geweckt. Durch die Einführung von Jugendsendungen weitet sich auch das
Programmportfolio der Funkforumredaktionen aus. Ein Nachteil der Pausenradioredakteure
ist, dass sie sehr schnell aus dem Schulalter herauswachsen und das Projekt
mit dem Schulabgang verlassen. Dieser Nachteil kann aber auch zum Vorteil werden,
wenn sie dann in die journalistische Profiarbeit einsteigen und den Nachwuschs
für die deutschsprachigen Redaktionen des Funkforums sichern. Beispiele
hierfür gibt es bereits. Folglich müssen immer neue radiobegeisterte
Mitglieder für das Pausenradio gewonnen werden und diese benötigen
eine journalistische Grundausbildung. Deshalb will das Funkforum auch 2008 eine
Fortbildung für Jungjournalisten organisieren. Desweiteren soll die Internetseite
des Projekts weiterentwickelt und gepflegt werden. Diese dient einerseits als
online-Angebot der Jugendsendungen und als Plattform zur Bekanntmachung der
Projekttätigkeiten. Sie ist zugleich auch der virtuelle Treffpunkt der
Schülerredakteure, die auch über die gemeinsamen Schulungen hinaus
in Kontakt bleiben und gemeinsame Projekte durchführen.
6.
Mehrwertprodukte
Für die audiovisuellen Medien, deren Programme ein einziges Mal zu bestimmten
Uhrzeiten gesendet werden, bildet die Möglichkeit eines zeitversetzten
Abrufens ein Mehrwertprodukt. Wer die Sendung nicht live im Radio gehört
hat, kann sie zu einem späteren Zeitpunkt abrufen und hören. Nachfragen
von den Zuhörern gibt es bereits. Das Internet macht es nun möglich.
Die einzelnen Mitgliedsredaktionen des Funkforums, die Minderheitenredaktionen
innerhalb privater oder öffentlich-rechtlicher Anstalten, haben diese Möglichkeit
nicht. Einige können ihre Sendungen auch im Internet ausstrahlen, jedoch
nur im Livestream. Einen ersten Schritt in dieser Richtung machte bereits das
Funkforum: auf seiner eigenen Webseite werden die monatlichen Gemeinschaftssendungen
der Vereinsmitglieder veröffentlicht.
Für 2008 nimmt sich das Funkforum vor, alle deutschsprachige Radiosendungen
aus Rumänien, Ungarn und Serbien auf einer gemeinsamen Plattform als online-Angebote
zu präsentieren. Für den Anfang sollen auf der Webseite des Funkforums
alle Sendungen eines Monats hochgeladen werden, d.h. tägliche Sendungen
von 4 Redaktionen (30 Sendungen pro Redaktion im Monat) und wöchentliche
Sendungen von den anderen 4 Redaktionen (4 Sendungen pro Redaktion im Monat).
Durch dieses neue Angebot soll gleichzeitig auch die gemeinsame corporate Identity
mit der Oberschrift „Deutsches (online-)Radio für Sie” gestärkt
weren. Zudem soll dieses gemeinsame Auftreten auch beweisen, dass diese Region
Mittel- und Südosteuropas zusammenwächst.
Was die Finanzierung anbelangt, war das Funkforum schon immer bemüht, für die einzelnen Projekte auch weitere Finanzierungsquellen ausfindig zu machen. Im Jahr 2007 wurden die beiden Veranstaltungen des Funkforums zu 22,06% (Radiotag) bzw. zu 72,60% (Redaktionstreffen des Funkforums und Schulung der Pausenradios) vom ifa unterstützt. Die Bemühungen um neue Finanzierungsquellen werden auch im Jahr 2008 fortgesetzt. Wichtigster Partner des Funkforums für den Radiotag ist das Demokratische Forum der Deutschen im Banat, das seine Projekte über das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien und das Minderheitendepartment innerhalb der rumänischen Regierung finanziert. Desweiteren werden 2008 weitere Sponsorengelder für konkrete Kosten herangezogen. Die Hauptfinanzierung der laufenden Projektkosten bleibt aber wohl auch im Jahr 2008 das Hauptproblem, ohne die das Funkforum die beschriebenen Entwicklungsschwerpunkte nur schwer erreichen kann. Um die Kontinuität der Zusammenarbeit zu sichern, gilt es, die bisher erfolgreich durchgeführten Projekte weiterzuführen und den neuen Herausforderungen offen zu begegnen.
Adrian Ardelean,
Vorsitzender des Funkforums
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